2026
LUCY BYFORD
Postdoktorandin der Alexander von Humboldt-Stiftung, Constructor University Bremen
“Marionette Morphologies”: Abstraktion und Performancekontexte im dadaistischen Puppenspiel und Puppenbau von Sophie Taeuber-Arp, Emmy Hennings und Hannah Höch
Im Jahr 1916 entwarfen Emmy Hennings und Hannah Höch unabhängig voneinander eine Reihe von Puppen, deren unnatürliche Formen die außergewöhnlichen Puppenentwürfe von Sophie Taeuber-Arp für eine Inszenierung von Carlo Gozzis Fabel König Hirsch, die von René Morax übersetzt und zwei Jahre später im Schweizer Marionettentheater aufgeführt wurde, vorwegnahmen. Fotografische Reproduktionen dieser Werke verbreiteten sich in Avantgarde-Magazinen schnell: Puppen von Hennings erschienen in der einzigen Ausgabe der Zeitschrift Cabaret Voltaire vom Juni 1916, eine der Marionettenentwürfe von Taeuber-Arp wurde in der einzigen Ausgabe vom November 1919 von Der Zeltweg vorgestellt und Höchs Puppen zierten im April 1920 das Cover der Ausgabe 5 von Schall und Rauch.
Taeuber-Arp entwarf ihre Marionetten im Auftrag des Mitbegründers des Schweizerischen Werkbundes, Alfred Altherr, der die Entwurfsideale des Werkbunds mit den entmaterialisierten Performance-Theorien von Edward Gordon Craig verbinden wollte. Dabei wurden die Puppen- und Marionettenentwürfe von Dadaistinnen häufig in den Dada-Kanon aufgenommen, obwohl sie größtenteils von den Künstlerinnen als angewandte Arbeiten angefertigt wurden oder aus proto-dadaistischen Aktivitäten stammten. Das Projekt untersucht daher das subversive Potenzial der Puppen- und Marionettenkreationen der Dada-Künstlerinnen und geht dabei davon aus, dass das Anfertigen von Puppen und Marionetten in besonderer Weise geeignet ist, die Unterscheidung zwischen Kunstgewerbe und Avantgarde-Kunst zu diskutieren.
Die Puppen- und Marionettenentwürfe von Taeuber-Arp, Hennings und Höch wurden bislang noch keiner kritischen Diskussion unterzogen, die sowohl die avantgardistischen Reaktionen auf das kraftvolle Symbol der Marionette als auch die Traditionen und Diskurse rund um das Puppenspiel des frühen 20. Jahrhunderts betreffen. Trotz bedeutender avantgardistischer Vorläufer wie Alfred Jarrys Marionettenspiel Ubu Roi, das 1896 in Paris uraufgeführt wurde, sind Puppen und Marionetten aufgrund der Vergänglichkeit des Mediums und der damit verbundenen fehlenden Aufführungen wenig als kunsthistorische Forschungsgegenstände präsent, die zudem durch die Konnotationen als wenig kunstvolles Objekt oder als Objekt weiblichen Kreativschaffens noch verstärkt wurde.
Das vorgeschlagene Projekt zielt darauf ab, die erste eingehende kritische Betrachtung der etwa zeitgleichen Puppenentwürfe und Puppenanfertigungen der drei führenden Dadaistinnen vorzulegen. Als Fallstudien dienen skulpturale Objekte – Taeuber-Arps König-Hirsch-Marionetten von 1918, Höchs Puppen von 1916 sowie Puppen, darunter eine Handpuppe, die Hennings zwischen 1916 und 1917 schuf –, die zusammen mit Puppen ihrer männlichen Dadaisten-Kollegen betrachtet werden. Die satirischen Körperbeschreibungen und übertriebenen, grotesken Physiognomien, die für Puppen typisch sind, sowie die Entwürfe der Dadaisten George Grosz, John Heartfield und Otto Griebel verdeutlichen die Vorliebe von Taeuber-Arp, Hennings und Höch für verschiedene Formen der körperlichen Abstraktion. Als Reaktion auf diese formalen Merkmale untersucht das Projekt „Marionette Morphologies“, wie die Handwerkskunst die Materialität, Präsentation und Bewegungsmöglichkeiten dieser Werke prägen und sich mit den metaphysischen und symbolischen Resonanzen des Puppenspiels überschneiden.
BIANCALUCIA MAGLIONE
Research Fellow, Universität Siena
Hans Arps Auseinandersetzung mit der neo-mediterranen Ästhetik
Das Forschungsprojekt untersucht Hans Arps Auseinandersetzung mit der neo-mediterranen Ästhetik in der Nachkriegszeit der 1950er- und 1960er-Jahre, einer Phase, in der der Mittelmeerraum als zentrale kulturelle und ideologische Kategorie neu gedacht wurde. Während die Faszination der historischen Avantgarden für den Mittelmeerraum umfangreich erforscht worden ist, vor allem aus biografischen, mythologischen oder formalen Perspektiven, wurde der Wiederbelebung des mediterranen Diskurses als Reaktion auf die Krise der europäischen Identität nach dem Zweiten Weltkrieg und den Niedergang kolonialer Paradigmen bislang weniger Aufmerksamkeit geschenkt. In dieser Zeit fungierte der Mittelmeerraum zunehmend nicht mehr als zeitlose Formquelle, sondern als dynamisches System von Interaktionen zwischen Kulturen und Gesellschaften, geprägt von historischen, politischen und ökonomischen Verflechtungen. Er trat als Raum der Begegnung und Spannung hervor und machte Fragen von Hybridität, Verschiebung und Europas neu definierter Beziehung zu seinen südlichen und östlichen Rändern sichtbar. In Italien wurde diese Neubestimmung durch kulturelle und institutionelle Initiativen, insbesondere auf Sizilien, unterstützt, die darauf abzielten, den Mittelmeerraum als zentrales Feld des kulturellen Austauschs nach dem 2. Weltkrieg zu sehen.
Ausgangspunkt der Studie ist das Manifesto of Neo-Mediterraneism – Plastic Arts (1959), verfasst vom italienischen Dichter und Kunstkritiker Carlo Belloli in Erice auf Sizilien und unterzeichnet von Persönlichkeiten wie Le Corbusier und Carola Giedion-Welcker. Das Manifest propagiert eine Ästhetik, die auf organischer Form, Materialität und sinnlicher Erfahrung gründet und sich ausdrücklich gegen eine als „nordisch“ bezeichnete rationalistische Kunstauffassung richtete. Bellolis neo-mediterranes Projekt entstand in enger Nähe zu Institutionen wie der Accademia del Mediterraneo und dem Centro per la Cooperazione Mediterranea, die in Italien seit den frühen 1950er-Jahren eine wesentliche Rolle bei der Formierung von Narrativen über die zentrale Bedeutung des Mittelmeerraums spielten – wenn auch nicht ohne spezifische politische Ambitionen.
Ziel des Projekts ist es zu untersuchen, ob und in welcher Weise Arp am neo-mediterranen Diskurs teilnahm und innerhalb dieses Rahmens seine Skulpturen aus seiner späten Schaffenszeit neu zu bewerten. Es wird gefragt, ob Arps Werke der 1940er- und 1950er-Jahre – von denen er einige als mediterrane Skulpturen oder Gruppen bezeichnet hat – über ihre Deutung als universelle oder zeitlose Formen hinaus als bewusste Beiträge einer historisch situierten, anti-rationalistischen ästhetischen Position verstanden werden sollten.
Besonderes Augenmerk hierbei gilt Arps Beziehung zu Carola Giedion-Welcker, deren Essay über Arp von 1957 ausdrücklich die mediterrane Dimension seines Werks hervorhob und deren Unterschrift unter das Manifest auf einen gemeinsamen kritischen Horizont verweist. Diese Ergebnisse sollen mit einer genauen Analyse ausgewählter Skulpturen abgeglichen werden, wobei Form, Materialität, Oberflächenbehandlung und Terminologie im Verhältnis zu zeitgenössischen Debatten untersucht werden.
Indem Hans Arp in ein transnationales Netzwerk von Künstlern, Kritikern und Institutionen eingeordnet wird, zielt das Projekt darauf ab, eine historisch fundierte Neubewertung seines Nachkriegswerks vorzulegen und zugleich zu einem umfassenderen Verständnis der neo-mediterranen Ästhetik als eines wichtigen, bislang nur teilweise erforschten Phänomens der europäischen Kunst nach 1945 beizutragen.
ROULA MATAR
Associate Professor, Ecole nationale supérieure d’architecture de Versailles
Hans Arp und die Konstruktion des Diskurses über die „Synthese der Künste” (1946–1949)
In einem Brief vom 23. Januar 1948 schreibt Alfred Barr, Direktor des Museum of Modern Art, an den Architekturhistoriker Henry-Russell Hitchcock: „Mir scheint, Sie unterschätzen den möglichen und tatsächlichen Einfluss von Miró und insbesondere von Arp auf die Architektur.” Alfred Barr machte diese Bemerkung, nachdem er Hitchcocks Buch „Painting Toward Architecture“ über die Sammlung der Miller Company, einem Beleuchtungsproduzenten aus Meriden, Connecticut, gelesen hatte. Emily Hall Tremaine und ihr Ehemann, die beide die Kunstsammlung zusammengetragen haben, zeigen in ihrer Sammlung, dass die abstrakte Kunst bereits einen Einfluss auf die moderne Architektur hatte und dass zeitgenössische Werke Architekten viel zu bieten hatten. Das Buch wurde anlässlich der Wanderausstellung der Tremaine-Sammlung veröffentlicht, die zwischen 1947 und 1952 in 28 Stationen durch die Vereinigten Staaten tourte.
Vom 15. Februar bis zum 3. April 1949 wurde im MoMA basierend auf Hitchcocks Publikation die Ausstellung „From Le Corbusier to Oscar Niemeyer: 1929-1949” über die beiden wichtigsten Trends in der Architektur des 20. Jahrhunderts gezeigt. Die Ausstellungsbesucher konnten unter anderen das Modell von Le Corbusiers Villa Savoye (1929–1931) neben Oscar Niemeyers Entwurf für das Tremaine-Haus mit dem Garten des Landschaftsarchitekten Roberto Burle Marx von 1948 sehen. Das Tremaine-Haus in Kalifornien mit seinen prismatischen Stelzen und der mit organischen Formen gestaltete Garten stehen für „die heutige architektonische Synthese dieser beiden wichtigen Stilrichtungen des 20. Jahrhunderts: die formalistische Geometrie von Le Corbusier und die freien anthropomorphen Formen von Arp”, ist in der Pressemitteilung zur Ausstellung zu lesen.
Die Ausstellung im MoMA geht diesen beiden wichtigen architektonischen Richtungen nach, indem sie einerseits den Purismus eines Bildes von Le Corbusier dem Modell der Villa Savoye gegenüberstellte und andererseits ein Holzrelief (1938-39) von Hans Arp zusammen mit einem Entwurf für ein Gartenprojekt (1948) in Rio de Janeiro von Burle Marx zeigte. Diese Visualisierung in den Museumsräumen entspricht der eingangs zitierten Bemerkung Barrs, die in diesem Projekt näher untersucht werden soll.
Arp trug zu dieser Entwicklung bei, indem er zusammen mit Sigfried Giedion, dem damaligen Präsidenten des Congrès Internationaux d’Architecture Moderne (Congrès Internationaux d’Architecture Moderne oder CIAM), einen „Fragebogen zur Synthese von Architektur, Malerei und Skulptur” formulierte, der den Mitgliedern 1947 auf dem Kongress in Bridgewater und erneut 1949 in Bergamo vorgelegt wurde. Das Forschungsprojekt zielt darauf ab, Arps Einfluss auf die Architektur zu beleuchten, bevor er ab 1950 mit Architekten zusammenarbeitete (Harkness Commons am Graduate Center der Harvard University, die Universitätsstadt in Caracas und die UNESCO in Paris). Dafür recherchiert die Autorin zum einen in den Archiven, um den Austausch zwischen Arp und Giedion zu untersuchen und Arps Rolle innerhalb der CIAM zu beleuchten. Zum anderen geht es der Autorin um die Entstehungsgeschichte der CIAM, die 1949 anlässlich der Ausstellung im MoMA ins Leben gerufen wurde.
SPYROS PETRITAKIS
Adjunct Assistant Professor, Department of Art Theory and History, Athens School of Fine Arts, Athens, Greece
Visuelle Pythagoräismen: Abstraktion, vagabundierende Religiosität und griechische Bildsprache in Hans Arps Nachkriegswerk
Dieses Projekt untersucht Hans Arps künstlerisches Schaffen der Nachkriegszeit im Kontext transnationaler und interreligiöser Verflechtungen künstlerischer, intellektueller und esoterischer Gemeinschaften und richtet dabei seinen Fokus auf Griechenland. Der Autor argumentiert, dass Arps Werk in einem Milieu Anklang fand, das von einer antimodernen Gedankenwelt und der Wiederaneignung pythagoreischer kosmologischer Konzepte geprägt war. Arps intellektueller Werdegang ist von einer tiefgreifenden spirituellen und religiösen Suche geprägt, die von seiner frühen Beschäftigung mit Autoren der deutschen Romantik bis zu seiner intensiven Hinwendung hin zur vorsokratischen Philosophie nach dem Zweiten Weltkrieg reicht. Arps Bemerkungen zu Rudolf Steiners „Das Christentum als mystische Tatsache und die Mysterien der Antike“ sowie seine Zitate präsokratischer und pythagoreischer Denker offenbaren ein ausgeprägtes Interesse an geometrischer und kosmologischer Ordnung, die wiederum in einer biomorphen, abstrakte Bildsprache der Arpschen Skulpturen zum Ausdruck kommt, die er nach seinen Reisen nach Griechenland in den Jahren 1952 und 1955 schuf, darunter „Aus dem Land des Thales“, „Thales von Milet“, „Kobra-Zentaur“, „Ganymed“, „Daphne I“ und „Ptolemäus I“.
Die Studie ordnet Arp in transnationale Netzwerke moderner Künstler wie Wassily Kandinsky, František Kupka, Hilma af Klint und Piet Mondrian ein, deren Praktiken als Ausdruck eines spirituell geprägten Modernismus verstanden werden können und die alternative Genealogien in der vorsokratischen Philosophie, der pythagoreischen Kosmologie und interreligiösen Wissensformen suchten. In diesem Rahmen ist Abstraktion nicht nur formales Experimentieren, sondern ein Medium, um kosmologische, spirituelle und metaphysische Fragen jenseits der Grenzen institutionalisierter Religion zu artikulieren.
Insbesondere betont die Forschung dabei die Bedeutung Griechenlands als einen wichtigen Ort für die Verbreitung und Neuinterpretation des pythagoreischen und esoterischen Denkens. Persönlichkeiten wie Nikos Hadjikyriakos-Ghikas fungierten sowohl durch ihre künstlerische Praxis als auch durch ihren kritischen Diskurs als wichtige kulturelle Vermittler, indem sie ‚heilige‘ Geometrien als allgegenwärtige Prinzipien in Natur und Ästhetik stilisierten, um kulturelle Autorität und symbolisches Kapital zu festigen. Arps Engagement in diesen Netzwerken, einschließlich seiner engen Verbindungen zu Hadjikyriakos-Ghikas, zeigt, wie pythagoreische und kosmologische Ideen als symbolische Ressourcen in der Nachkriegszeit zur Neugestaltung der künstlerischen Moderne mobilisiert wurden. Das Projekt kontextualisiert auch Arps ästhetische Strategien im Nachkriegsmilieu und hebt sein Engagement für alternative Religiosität als Antwort auf Materialismus und technokratische Rationalität hervor. Arps späte Schriften, die von Polemik gegen Rationalismus, Technokratie und Materialismus geprägt sind, unterstreichen, inwieweit sein Engagement für die antike Kosmologie Teil einer umfassenderen spirituellen und ideologischen Antwort auf die wahrgenommenen Krisen der Moderne war. Anhand der Rezeption des Arpschen Werks in Griechenland, zum Beispiel Ausstellungsgeschichten, kritischen Schriften wie Nikos Gabriel Pentzikis‘ Artikel über den Bildhauer aus dem Jahr 1952 untersucht die Studie, wie seine Kunst verstanden, angeeignet und in breitere Debatten über Religiosität, Modernität und die Versöhnung der antiken Kosmologie mit zeitgenössischen Entwicklungen in der Physik einfloss. Diese Rezeption wird im Kontrast zu Interpretationen anderer moderner Künstler wie Henry Moore untersucht und offenbart so divergierende Modelle künstlerischer Modernität im Griechenland der Nachkriegszeit. Methodisch kombiniert das Projekt kunsthistorische Analyse mit soziologischen und kulturwissenschaftlichen Ansätzen und stützt sich dabei auf Konzepte wie soziale Felder, symbolische Macht, Netzwerkanalyse und kulturelle Vermittlung.
LOUISE MARLÈNE WOHLGEMUTH
Masterstudentin Restaurierung-Konservierung, Hochschule der Künste Bern
Untersuchung der polychrom gefassten Reliefs von Taeuber-Arp
Trotz der kunsthistorischen Anerkennung Sophie Taeuber-Arps Arbeiten fehlen kunsttechnologische Untersuchungen der gefassten Reliefs. Diese Forschungslücke bildet den Ausgangspunkt meiner Masterthesis in der Konservierung und Restaurierung der Hochschule der Künste (HKB). Erstmalig sollen vier Reliefs von Sophie Taeuber-Arp systematisch kunsttechnologisch untersucht und miteinander verglichen werden.
Im Fokus stehen dabei jeweils zwei formal und technisch vergleichbare Reliefpaare: Zum einen Relief en bois peint (1938), Kunstmuseum Bern und als Vergleichsobjekt: Relief (1936), Emanuel-Hoffmann-Stiftung, Basel und zum anderen Coquilles. Relief rectangulaire en deux hauteurs (1938), Kunstmuseum Bern und als Vergleichsobjekt: Coquilles. Relief rectangulaire (1938), Fondazione Marguerite Arp, Locarno.
Mithilfe von bildgebenden Verfahren (VIS, UV, Streiflicht, Infrarotreflektographie (IRR), Röntgen) und materialanalytischen Untersuchungsmethoden anhand von Mikroproben und Querschliffen (Fourier-Transform-Infrarotspektroskopie (FTIR), Rasterelektronenmikroskopische (REM)- und energiedispersiven Röntgenspektroskopie (EDS), Raman) soll die materiell-physische Beschaffenheit der Reliefs umfassend erfasst werden. Es sollen unter anderem der konstruktive Aufbau, die Fassungstechnik und Überzüge analysiert werden, um mögliche Hinweise auf spätere Veränderungen und Überarbeitungen zu erkennen.
Durch die Kenntnis der Materialien, der Machart und der künstlerischen Intention erhoffe ich mir, neue Erkenntnisse zur Originalität und Authentizität der Reliefs zu gewinnen, die sich auf ihre anderen gefassten Reliefs übertragen lassen. Ein weiterer zentraler Aspekt ist die systematische Dokumentation der Werkgenese jedes einzelnen Kunstwerks in einem eigens entwickelten Vorlagenschema, um spätere Überarbeitungen möglichst präzise datieren und zuordnen zu können. Die Untersuchungsergebnisse sollen zunächst innerhalb der jeweiligen Reliefpaare, anschließend untereinander und schließlich im Vergleich zu bereits kunsttechnologisch untersuchten Gemälden der Künstlerin im Rahmen des HKB-Forschungsprojektes ‚Sophie Taeuber-Arp – Material und Technik zwischen Tradition und Innovation‘ ausgewertet und kontextualisiert werden.
Ziel der Arbeit ist es durch die kunsttechnologische Untersuchung vergleichender Reliefpaare neue Erkenntnisse über die Arbeitsweise Sophie Taeuber-Arps in Bezug auf ihre Reliefs zu erlangen. Auf diese Weise soll die Masterarbeit einen Beitrag zur vertieften Aufarbeitung ihres Œuvres und zur Schließung einer bestehenden Forschungslücke leisten.
