2019

DR. MARGARET ROBERTS

Künstlerin, Dozentin am Sydney College of the Arts and National Art School, Australien

Rekonstruktion – Appropriation

Die Stipendiatin möchte die Werke von Sophie Taeuber-Arp und Hans Arp im Hinblick darauf untersuchen, welche sich zur Rekonstruktion eignen, wie eine solche künstlerische Auseinandersetzung aussehen könnte und fragen, welche Erkenntnisse sich daraus ergeben könnten. Das Projekt wurde im Laufe mehrerer Versuche entwickelt, Kunstwerke des frühen 20. Jahrhunderts zu rekonstruiere. Darunter befanden sich sowohl zwei Gemälde Sophie Taeuber-Arps, nämlich Bewegende Kreise, 1934, und Komposition vertikal-horizontal, 1916, als auch Werke anderer Künstler, etwa von Katarzyna Kobro aus der gleichen Zeit. Diese Rekonstruktionen wurden angefertigt, um unter der Bewahrung ihrer Formensprache gleichzeitig Aspekte hervorzuheben, die jetzt wichtig sind. Die Rekonstruktionen wurden außerdem geschaffen, um einen neuen Bezug zur Künstlerin und deren künstlerischen Praxis zu schaffen und zugleich um die Grenzen Sophie Taeuber-Arps Kunst auszuloten.

Die Stipendiatin möchte ferner die historische Vergangenheit untersuchen, indem sie sich mit der deren Ästhetik auseinandersetzt und danach fragt, inwiefern sich darin soziale Werte widerspiegeln können. Ihre Rekonstruktionen zielen darauf ab, sich mit der künstlerischen Sprache auseinanderzusetzen und zu fragen, ob und wie sie sich bis in die Gegenwart fortgesetzt hat. Diese Rekonstruktionen sind auch Teil einer künstlerischen Aneignung. Während sich der Begriff der Aneignung normalerweise auf Originalität und der Urheberschaft bezieht, sieht Margarete Roberts in den Rekonstruktionen vielmehr Reaktion auf die moderne Entwertung des Ortes.

Bei dem Aspekt der Abwertung des Ortes beziehe sie sich auf den Soziologen Anthony Giddens, der den Ort als Schlüsselmerkmal unserer Zeit identifiziert hat ((Anthony Giddens, The Consequences of Modernity Stanford University Press: 1990, Stanford Kalifornien).

Während diese Abwertung des Ortes zu Beginn des 20. Jahrhunderts, als die Arps arbeiteten, üblich war, sind die von Giddens vorhergesagten Folgen heute, fast 100 Jahre später, viel offensichtlicher und dringender. Diese Veränderung interessiert die Stipendiatin und dafür möchte sie den physischen Ort, an dem sich das Werk befindet, stärker berücksichtigen. Ziel ist es, ein Bewusstsein für einen Ort zu vermitteln zu einer Zeit, als die ökologischen Folgen weniger offensichtlich war.



KATIE ANANIA

Assistant Professor of Art History, Georgia College

Arps Arbeiten auf Papier und die Konzeption des Natürlichen in Amerika der 1960er-Jahre

Das Projekt der Stipendiatin untersucht Reliefs, Drucke and Zeichnungen Arps, die in den 1960er-Jahren in den USA ausgestellt wurden, mit dem Ziel, in Arp einen Vorläufer der nichtmenschlichen Subjektivität und Nicht-Autorität zu sehen. In den 1960er-Jahren stieg das Interesse nicht nur an den alten Meistern, sondern auch an modernen Zeichnungen, was viele amerikanische Museen dazu bewogen hat, Ausstellungen über Arbeiten auf Papier zu zeigen. Vor allem das Museum of Modern Art entwickelte eine Reihe an Kabinettausstellungen zu Papierarbeiten, die im Penthouse-Restaurant des Museums gezeigt und von Nachwuchswissenschaftlern kuratiert wurden. Da die meisten der Arbeiten, die in diesen Ausstellungen gezeigt wurden, auch zum Kauf angeboten wurden, erhöhte sich dadurch das MoMA-Fundraising-Programm. Arps Papierarbeiten wurden sowohl auf allen fünf dieser Ausstellungen gezeigt als auch in 17 weiteren Ausstellungen des MoMAs und fanden schließlich ihren Höhepunkt in der „Arp on Paper“-Ausstellung 1978. Das Ziel Katie Ananias ist es, die Rolle Arps Collagen herauszuarbeiten, die diese für die Verbreitung des Zufalls als Kompositionsprinzip für die junge Künstlergeneration spielte, während Zeichnungen gleichzeitig als günstiges, vielseitiges, kurzlebiges und vor allem natürliches Medium wahrgenommen wurde, ideal für die Ideen der Gegenkultur in den 1960er-Jahren. Für viele amerikanischen Künstler und Kunstkritiker spielten Arps Arbeiten eine wichtige Rolle, v.a. in der Zeit nach seinem Tod zwischen 1966-75. Dazu zählten z. B. Richard Tuttle, William Anastasi und Robert Morris, die sich äußerst intensiv mit Zeichnungen und Linien basierten Werken auseinandersetzten. Einige Kunstkritiker brachten Hans Arp ins Spiel, wenn es darum ging die Arbeiten der Post-Minimalisten einzuordnen. Die Antwort auf die Galleristen und Rezensenten, die häufig Arps Namen fallen ließen, waren vielfältig. Tuttle zum Beispiel gab seine Bewunderung für Arp zu, dessen Arbeiten er in der Retrospektive gesehen hatte, die 1969 im Guggenheim stattfand. Zugleich zögerte er, die Auseinandersetzung mit Arps Arbeiten offen zuzugeben. Stattdessen distanzierte sich Tuttle von der Geschichte und vom Formalismus und begann, dem Objekt eine spezielle Art von Souveranität zuzustehen. Wie Arps Arbeiten waren Tuttles und Anastasis Zeichnungen unter Zuhilfenahme des Zufalls konstruiert. Beide Künstler transportierten ihre Zeichnungen geknickt in Seesäcken oder Taschen. Während des Studiums Arps grafischer Blätter und deren Rezeption, möchte die Stipendiatin klären, wie Druckgrafiken und Zeichnungen aufgrund ihrer Eigenschaft, mühelose transportiert werden zu können, zu souveränen Agenten in der Welt werden können. Katie Anania möchte den Aufenthalt im Archiv der Stiftung Arp e V. dazu nutzen, das erste und vierte Kapitel ihres Buchprojektes „Out of Paper. Drawing, Environment, and the Body in 1960s America” zu überarbeiten. Das Buch untersucht die Flut neuer Zeichenpraktiken, die unter avantgardistischen Künstlern, die die großen, verlassenen Lofts in der Innenstadt von New York City bewohnten, sehr gebräuchlich wurden. Sie untersucht diese Entwicklungen zusammen mit den sich ändernden Vorstellungen von Intimität und Privatsphäre in den Vereinigten Staaten nach dem Zweiten Weltkrieg. Sie behauptet, dass die Beziehung zwischen Arps Historisierung, seinem Werk, wie es in dieser Zeit weitgehend neu konzipiert wurde, und jungen aufstrebenden Künstlern die Grundlage für eine neue Art der Mensch-Objekt-Kommunikation bildete.



SIMON BEESON

Faculty of Art, Design and Architecture, Arts University Bournemouth

Horizontale Relief-Skulpturen

In seiner Dissertation fragt Simon Beeson nach Möglichkeiten, horizontale Relief-Skulpturen des 20. Jahrhunderts mit architektonischen Darstellungen zu verbinden. Die Kategorie der horizontalen Relief-Skulptur umfasst eine große Spanne an Werken, die über eine horizonale Basisplatte verfügen, darunter Werke von Arp, Giacometti, Turnball und Noguchi. In dieser Untersuchung möchte Simon Beeson seine eigene Praxis und Lehrerfahrung in den Diskurs architektonischer Präsentation einordnen. Besonders interessiert ihn die doppelte Identität architektonischer Präsentation nach dem Motto: “Nachdenken über die Dinge, die wir machen/herstellen und die Dinge, die wir machen, um über die Dingen nachzudenken, die wir machen (z. B. Zeichnungen, Modelle)”.

1938 schuf Sophie Taeuber-Arp das Relief Rectangulaire, cercles découpés, carrés peints et découpés, cubes et cylindres surgissants. Das Werk erscheint im Werkverzeichnis, das Hugo Weber 1948 zusammengestellt hat, als Nummer 1938/26. In der gleichen Publikation erscheint die Arbeit als einzige in zwei unterschiedlichen Positionen fotografiert, einmal an einer Wand hängend und zum anderen als eine horizontale Skulptur auf dem Boden liegend.

Simon Beeson möchte in seinem aktuellen Projekt die Verbindung zwischen der Begegnung des jungen Architekten Aldo van Eyck mit dem Relief von Sophie Taeuber-Arp untersuchen, denn er geht davon aus, dass das ein wichtigen Einfluss auf dessen Karriere als Architekt hatte. Dazu will er im Archiv der Stiftung Arp e. V. Material recherchieren, das eine mögliche Verbindung dieser beiden Persönlichkeiten zeigt. Er fragt sich, ob dieses Material Van Eycks Deutung des horizontalen Reliefs als architektonische Repräsentation unterstützen könnte. Den Stipendiaten geht es schließlich darum, das Relief von Sophie Taeuber-Arp innerhalb ihres gesamten Schaffens zu situieren und es in die größere Kategorie der horizontalen Reliefs des 20. Jahrhunderts einzuordnen.

BEESON Stiftung Arp fellowship report



DR. EMANUELE GRECO

Kunsthistoriker, Florenz

Arp und Italien: Die Rezeption der Werke Hans Arps im italienischen künstlerischen und kulturellen Kontext

Aus den 1930er-Jahren und vor allem aus der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg zeugen viele Dokumente von der Verbreitung der Werke Arps in Italien. Jedoch gibt es bisher noch keine Publikation, die versucht hat, all diese Zeugnisse, wie Arps Kontakte zu Kunstkritikern, Sammlern, Händler, Kultureinrichtungen, umfassend zusammenzutragen.
Dieser Aufgabe möchte sich nun dieses Projekt stellen, um das Netzwerk aufzuzeigen, in dem sich Arp bewegt hat und um darin Arp als eine der einflussreichsten Persönlichkeiten der Modernen Kunstgeschichte zu erkennen.
Das Projekt möchte sich dabei auf dem Zeitraum zwischen Mitte der 1930er- und Mitte der 1960er-Jahre konzentrieren, da dies die entscheidende Periode der Rezeption in Italien darstellt und Arps organischen Skulpturen sowohl von Kritikern als auch von den jungen italienischen Künstlern hoch geschätzt waren.
Das Forschungsprojekt möchte sich auf die Schwerpunkte der Arp-Rezeption in Italien fokusieren, im besonderen auf die italienischen Künstler im Umfeld der Galleria del Milione in Mailand in der zweiten Hälfte der 1930er-Jahre wie Licini, Fontana, Melotti, Reggiani und Soldati. Des Weiteren soll die Zeit analysiert werden, als Arp zwischen dem Ende der 1940er-Jahre und den 1950er-Jahren seine ersten Ausstellungen in Italien hatte, seine Arbeiten etwa auf der Biennale zeigte und damit zur Verbreitung der Kenntnisse über sein Werk beitrug. So lässt sich zum Beispiel Arps Einfluss auf die Forschungen italienischer Bildhauer wie Viani und De Toffoli finden genauso wie in den Versuchen verschiedener Künstlergruppen, z.B. Forma 1 (Accardi, Attardi, Consagra, Dorazio, Perilli, SAnfilippo, Turcato), Movimento Arte Concreta (Dorfles, Munari, Monnet) und Gruppo Origine (zusammengesetzt aus Balocco, Burri, Capogrossi, Colla).

Außerdem soll die Beziehung zwischen Arp und den Kunstkritiker Giuseppe Marchiori rekonstruiert werden, der sich seit Mitte der 1950er-Jahre für Arps Schaffen interessiert hat und ihm 1964 die erste Monographie im italienischen Sprachraum gewidmet und damit die Hochphase der Arp-Rezeption eingeläutet hat.
Dafür soll sämtliches Material in Hinblick auf Arps Werk in Italien, Archivdokumente und Material zu den Personen, die in Beziehung zu Arp standen, untersucht werden. Die Untersuchung möchte damit nicht nur die verschiedenen Phasen der Arp-Rezeption in Italien beleuchten, sondern auch klären, wie das Werk in den italienischen Künstlerkreisen aufgenommen wurde.

Arp Fellow 2019-report



CATHJA HÜRLIMANN

Hochschule der Künste Bern

Maltechnik der Ölgemälde (?) von Sophie Taeuber-Arp aus den 1930er Jahren

Die Forschungsarbeit findet im Rahmen einer Masterthesis an der Hochschule der Künste Bern (Schweiz) im Fachbereich Konservierung und Restaurierung statt. Forschungsgegenstand der Arbeit ist einerseits die Herangehensweise undMaltechnik Sophie Taeuber-Arps mit Fokus auf die Leinwandgemälde der 1930er Jahre zu untersuchen. Dafür sollen Skizzen, Vorstudien und Fotografien herangezogen und Briefe aus privater Korrespondenz der Künstlerin auf Hinweise überprüft werden. Teilweise befinden sich diese Unterlagen in der Arp Stiftung in Berlin und sollen während der Thesis gesichtet werden. Andererseits konzentriert sich die Thesis auf aktuelle Erscheinungsphänomene wie Ausblühungen, Farbveränderungen oder ein ausgeprägtes Sprungnetz, welche auf Gemälden der Künstlerin aus den 1930er Jahren zu sehen sind und deren Ursprung noch ungeklärt ist.
Die Erkenntnisse aus den Recherchen bezüglich der Maltechnik sollen mit kunst- und materialtechnologischen Untersuchungen an Werken der Künstlerin abgeglichen werden. Vorläufig konzentrieren sich diese Untersuchungen auf Werke des Kunstmuseum Bern und Basel. Wenn zeitlich möglich sollen weitere Werke untersucht und verglichen werden. Die Untersuchungen basieren einerseits aufoptischen Methoden wie Infrarotreflektografie, UV-Fluoreszenz und Mikroskopie, aber auch analytischen Methoden, wie FTIR oder Raman. Damit werden grundlegend materialanalytische Daten erfasst, welche für ein umfassenderes Verständnis des künstlerischen Werks Sophie Taeuber-Arps dienen.
Die Ergebnisse der Masterthesis sollen heutige Zustandsphänomene erklären und eine Empfehlung für den Umgang mit den Werken liefern.

Abschlussbericht Cathja Hürlimann



MEGAN R. LUKE

Associate Professor, University of Southern California, Los Angeles

Formlinge: Carola Giedion Welcker, Hans Arp und die Vorgeschichte der Moderne Skulptur

Carola Giedion-Welcker veröffentlichte 1937 mit “Moderne Plastik. Elemente der Wirklichkeit, Masse und Auflockerung” die erste Überblicksdarstellung über die Entwicklung der modernen Skulptur. In Zusammenarbeit mit dem Typographen Herbert Bayer ist “Moderne Plastik” als ein Fotobuch der jüngsten Geschichte entstanden

Mit Hilfe eines dynamischen visuellen Arrangements von Schrift und Bild wird der Leser durchgängig dazu aufgefordert, zeitgenössische europäische Skulpturen mit antiken Fragmenten, ethnografischen Artefakten, barocken Monumenten und Körpern von Tänzern zu vergleichen. Um es abzukürzen: “Moderne Plastik” ist eine visuelle Geschichte zeitgenössischer Kunst, die Fotografien als Material mit einbezieht und im Einklang steht mit den neuen skulpturalen Techniken und Wahrnehmungen.

Das Werk von Arp nimmt sowohl im Buch als auch in Giedion-Welckers übriger wissenschaftlicher Auseinandersetzung eine prominente Rolle ein. Im Fokus der fotografischen Darstellungen werden Beispiele Arps skulpturalen Schaffens Aufnahmen landschaftlicher und natürlicher Formationen gegenübergestellt, wir sehen etwa zerstreut herumliegende Felsbrocken in einer eiszeitlichen Landschaft oder schmelzenden Schnee in einem Fluss. Giedion-Welcker setzt das Werk Arps häufig in Verbindung mit Brancusis, und in “Moderne Plastik” vergleicht sie analog steinzeitliche rituelle Plätze mit den Formen romanischer Skulpturen.
Diese Vergleiche, erzeugt durch die spezielle morphologische Verzerrung der Fotografie und der Rastertonwiedergabe, erzeugen visuelle Argumente darüber, wie wir die Geschichte der Gegenwart erzählen. Zeitgenössische Skulpturen genau wie prähistorische Artefakte scheinen außerhalb der Geschichte zu stehen, wenn man Geschichte als schriftliche Chronik vergangener Zeiten versteht. Stattdessen erscheinen sowohl die allerneueste als auch die sehr alte Geschichte an die Naturgeschichte angebunden zu sein, die hier als Urform erscheint, genetisch kodiert im Leben an sich.
Giedion-Welcker bezeichnet Arps Formenrepertoire, das er für seine Reliefs und Gipse verwendet, provokant als Formlinge, eine Bezeichnung, die der Ethnologe Leo Frobenius verwendet hat, um die Verkörperung einer unaufhörlich sich entfaltenden Urgeschichte in sehbare und fühlbare Darstellungen zu beschreiben, die die Menschheit benutzt, um ihren Platz im Kosmos zu finden. Ihre Neubewertung der historischen Forderung der Formenlehre ist eng verwandt mit der Rezeption Arps Kunst durch Carl Einstein. In beiden Darstellungen zeigt sich Arp einer atavistischen Rückkehr zur Magie und zum Mythos verbunden.



SUSANNE NØRREGÅRD NIELSEN

Dozentin, Fine Art, Glasgow School of Art

Vom Bleistift aufs Papier

Ich möchte eine Publikation über Sophie Taeuber-Arps Text “Bemerkungen über den Unterricht im ornamentalen Entwerfen” veröffentlichen. An der internationalen Veranstaltung “Across the City”, die 2018 in Glasgow stattfand, nahm ich mit der Ausstellung “Vom Bleistift aufs Papier” teil. Ich reagierte mit einer spielerischen, interdisziplinären Arbeit auf Sophie Taeuber-Arps Anweisungen, Muster zu entwickeln und schuf eine Serie von acht Zeichnungen. Diese Zeichnungsserie ist Teil meines Forschungsanliegens, den Einfluss ihrer künstlerischen Arbeitspraxis zu untersuchen und damit vor allem den Fokus auf weiblich konnotierte Materialien zu legen. Außerdem sollen meine Arbeiten dazu verhelfen, neue Einblicke in die Arbeitsweise und das Werk von Sophie Taeuber-Arp zu erhalten. Vor allem interessiert mich dabei, wie Sophie Taeuber-Arps Kenntnisse im Sticken, Weben und im textilen Entwerfen ihre Arbeiten geprägt haben.
Die Publikation wird eine englische Neuübersetzung des Textes “Bemerkungen über den Unterricht im ornamentalen Entwerfen” enthalten. Jenny Brownrigg, die Ausstellungsleiterin der Glasgow School of Art wird das Vorwort verfassen. Walburga Krupp schreibt einen Text über Sophie Taeuber-Arps Arbeiten und die derer Studenten. Ergänzt wird das Buch von Zeichnungen, die nach den Anweisungen der Künstlerin ausgeführt worden sind, und kognitiven Erkenntnissen, die durch das Befolgen der Anweisungen gewonnen wurden, ergänzt um die Forschungsergebnisse, die ich bei meinem Archivaufenthalt 2018 in der Stiftung Arp e.V. erhalten habe.

Arp Fellowship report 2019



MERSE PÁL SZEREDI

 
Kassák Museum (Petófi Literary Museum), Budapest
 

Lajos Kassáks internationales Netzwerk und die Avantgarde-Zeitschrift “MA” zwischen 1920 and 1925

Der Fokus meiner Forschungen liegt auf der Avantgarde-Zeitschrift MA (Heute), die von Lajos Kassák zwischen 1920 und 1925 herausgegeben wurde und die ich durch Zeitschriftenanalyse, Untersuchungen der Netzwerke und einer Geschichte der Intellektualität untersuchen möchte. Damit kann ich neue Aspekte der Herausgeberschaft Kassáks während der 1. Hälfte der 1920er-Jahre herausstellen.

Dazu möchte ich neben den Archivunterlagen der Stiftung Arp e.V. weitere Berliner Archive wie die der Berlinischen Galerie, des Bauhaus-Archives, der Kunstbibliothek und der Staatsbibliothek konsultieren. Mit Hilfe dieser Dokumente wird es mir möglich sein, die Netzwerke Kassáks zu rekonstruieren, denn für ihn war die Bildung eines Netzwerkes eine ganz grundlegende Strategie während seiner Wiener Jahre. Er etablierte Verbindungen zu fast allen Avantgardegruppen weltweit. Dafür habe ich bereits nach noch unbekannten Hinweisen gesucht. Vor allem habe ich andere Avantgarde-Zeitschriften nach Kontakten zu Kassák durchsucht, um damit Kassáks Beziehungen zu anderen Avantgarde-Künstlern herauszufinden.

Szeredi_Arp_Report